social media druck jugendliche instagram vergleichen

Social Media und der Druck auf Jugendliche

Mein Beitrag auf Instagram zum #denkdonnerstag und der großen Reichweite oberflächlicher Profile (siehe hier) hat mich gedanklich nicht mehr richtig losgelassen. Als jemand, der ohne Social Media aufgewachsen ist und während der sensiblen Zeit der Pubertät nicht den Druck hatte, sich sekündlich mit anderen Mädchen im Internet vergleichen zu müssen (sondern nur mit denen im realen Leben und das hat schon gereicht!), habe ich mir die Frage gestellt, wie die Jugendlichen mit diesem Druck heutzutage umgeht und was das mit ihr macht.

Mir macht es nämlich insbesondere in Bezug auf die ganz jungen Mädchen (und inzwischen auch Jungen) schon ein wenig Sorge, mit welchen Idealen diese aufwachsen und welche Folgen das haben könnte. Die meisten Jugendlichen haben einfach kein dickes Fell und der Druck geht nicht spurlos an ihnen vorbei, wenn sie sich mit den Abziehbildern auf Social Media vergleichen.

In den letzten Jahren konnte ich als Lehrerin zwar eine ganze Menge beobachten, aber meist kommt man im Alltag nicht dazu, sich intensiv über solche Themen mit seinen Schülerinnen zu unterhalten. Im besten Fall passiert das noch, wenn man auf Klassen- oder Studienfahrt geht und die Gespräche mal über die Hausaufgaben hinausgehen oder eben in meiner Tätigkeit als Mobbingbeauftragte.

Jedenfalls habe ich in solchen Gesprächen oft mitbekommen, dass die meisten das schon irgendwie doof finden, aber auch nicht wissen, was man genau dagegen tun kann und es deshalb so hinnehmen. Einige versuchen wiederum genau diesen Idealen zu entsprechen und drohen, daran kaputt zu gehen. Wieder andere nehmen das alles überhaupt nicht ernst und belächeln das Ganze, was meiner Meinung nach der langfristig gesündeste Umgang damit ist, allerdings ist das die kleinste Gruppe.

Der Druck auf die Gruppe, die sich stark davon beeinflussen lässt, wird immer größer und die meisten finden da nicht ohne Hilfe raus und entwickeln oft ein verzerrtes Weltbild. Ich würde mir von Herzen wünschen, dass wir jungen Mädchen heutzutage andere Werte als nur Schönheit und Makellosigkeit vorleben. Und dass es sich lohnt, sich vor allem mit sich selbst, seinen Wünschen und Träumen, aber auch Ängsten und Problemen, auseinanderzusetzen und nicht nur mit dem eigenen Spiegelbild oder Gewicht.

Dass das in unserer Welt, in der Retuschier-Apps höhere Download-Zahlen haben als je zuvor, immer schwieriger wird, ist mir bewusst. Es sollte uns alle trotzdem nicht davon abhalten, diese Bilder immer wieder aufs Neue kritisch zu hinterfragen und sich klarzumachen, dass die meisten davon gestellt und einfach nur ein Fake sind. Keiner sieht morgens wie Dornröschen aus dem Märchenbuch aus, wenn er aufwacht, aber Hauptsache alle tun gerne so #wokeuplikethis (ernsthaft jetzt?). Das letzte, was ich mir morgens nach dem Aufwachen direkt ins Gesicht halten möchte, ist die Front-Kamera meines iPhones und ich bin sicher, dass es den meisten Menschen auf dieser Welt ähnlich geht.

Ich kann an all die jungen Mädels, die diesen Artikel vielleicht gerade lesen, nur appellieren und euch sagen, dass ihr perfekt seid, wie ihr seid und aufhören solltet, euch mit den Bildern im Internet zu vergleichen. Falls ihr aus diesem Teufelskreis nicht von allein herauskommt, sprecht mit jemandem und sucht euch auch Hilfe. Nur so könnt ihr aus dieser Spirale irgendwann aussteigen und befreit durchs Leben gehen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema gemacht? Schreibt eure Gedanken gerne in die Kommentare oder auch an mich persönlich über das Kontakt-Formular.

 

Photo by Kinga Cichewicz on Unsplash

Add A Comment