Umgang mit Negativität

Der Umgang mit Negativität oder negativen Menschen kann sehr herausfordernd sein. Oft reicht nur ein einziges Wort von einer Person und zack, sind wir beleidigt, traurig oder wütend…dann kommen uns oft weitere negative Gedanken, die dieses Gefühl noch mehr verstärken und wir befinden uns in einer Abwärtsspirale Richtung Abgrund.

Da wieder herauszukommen, ist dann gar nicht einfach, in manchen Situationen erscheint es sogar unmöglich. Heute möchte ich drei Dinge mit euch teilen, die mir geholfen haben, mit solchen Situationen umzugehen und meine Zeit in dieser Abwärtsspirale deutlich zu verkürzen.

1. Fühle, was du fühlst und dann lass es los. Eine Hirnforscherin aus den USA hat herausgefunden, dass Gefühle, egal welcher Art, nur 90 Sekunden bei uns bleiben, wenn wir sie nicht festhalten. Das bedeutet, dass es immer unsere Entscheidung ist, wie wir uns fühlen und wir durch unsere negativen Gedanken die negative Emotion noch weiter verstärken. Wenn also jemand seine Negativität bei uns bewusst oder unbewusst ablädt, sollten wir versuchen, achtsam in uns hineinzuhorchen, welches Gefühl bei uns überhaupt ausgelöst wurde. Dieses Gefühl sollten wir möglichst nicht durch weitere negative Gedanken befeuern und noch mehr Öl ins Feuer gießen. Stattdessen ist es wichtig, den negativen Gedankenstrom zu unterbrechen. Mir hilft es hier ein paar Mal tief ein- und auszuatmen und die Emotion dann ganz bewusst vorbeiziehen zu lassen.

2. Nichts persönlich zu nehmen. Das ist eines der Dinge, die sehr schwer zu verstehen und umzusetzen sind. Vielleicht kennt ihr den Spruch „What Susie says of Sally says more of Susie than of Sally“ – jemand, der euch beleidigt oder in irgendeiner Form runtermacht, hat fast immer ein riesengroßes Problem mit sich selbst. Und nicht mit euch. Ihr seid nur seine Projektionsfläche und müsst dafür herhalten, weil ihr etwas in der Person getriggert habt, mit dem sie selbst ein Problem hat. Meist sind sich diese Menschen ihrer eigenen Probleme gar nicht bewusst, weshalb man in diesem Zusammenhang auch von blinden Flecken spricht.

Ein Buch, das ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen kann, ist „Die vier Versprechen“ von Don Miguel Ruiz (Werbung?!). Dort geht der Autor im Detail darauf ein, wie man es schafft, Dinge nicht persönlich zu nehmen. Diese Erkenntnis hat für mich unglaublich viel verändert im Umgang mit negativen Menschen und die Thematik ist generell so vielschichtig, dass ich allein damit sicherlich 10 Blog-Beiträge füllen könnte. Als Challenge für den Anfang könnte man sich vornehmen, in den nächsten drei Tagen keine Aussage oder Handlung anderer persönlich zu nehmen und dann zu schauen, was passiert und wie es einem damit ergeht.

3. Das Leben ist 10%, was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst. Es liegt alles immer an uns. Wir haben immer die Wahl zu entscheiden, wo unser Fokus hingehen soll. Denn da, wo er hingeht, fließt auch unsere Energie hin. Also sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass es in unserer Hand liegt, zu entscheiden, ob wir etwas an uns heranlassen oder nicht. Die meisten von uns haben schonmal etwas nach dem Einkaufen umgetauscht oder wieder zurückgegeben. Wenn also wieder etwas Negatives passiert, dann sollten wir es im wahrsten Sinne der Wortes zurückgeben und uns stattdessen für positive Gedanken entscheiden. Am schnellsten geht das mit einer simplen Dankbarkeitsübung, indem man so viele Dinge im Kopf aufzählt, für die ihr dankbar ist, wie einem gerade einfällt.

All das erfordert natürlich Übung und geht nicht von heute auf morgen, aber es lohnt sich! Auch ich erwische mich immer noch in Situationen, die mich wütend oder traurig machen und das ist völlig ok. Wir sind alle menschlich und wenn wir nichts mehr fühlen würden, wären wir emotional tot. Wichtig ist nur, nicht allzu lange in negativen Gefühlen zu verharren und wieder die Kurve Richtung Ausgang zu bekommen, damit man wieder glücklicher und gelassener durchs Leben gehen kann.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Negativität gesammelt und wie geht ihr damit um? Teilt eure Gedanken gern in den Kommentaren oder schickt mir eine persönliche Nachricht über das Kontakt-Formular.

 

Photo by Sasint on Pixabay

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